Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 03/2018, 06.03.2018

Trommelmotoren müssen Clean-in-Place standhalten

Nahezu alle am Markt verfügbaren Trommelmotoren haben entweder die Schutzart IP66 oder IP69. Die Tests für diese Spezifikationen finden jedoch nicht im laufenden Betrieb statt. Wer Clean-in-Place reinigen will, braucht aber einen solchen Schutz.

Autor: Unit Handling, Rulmeca Germany

Viele verfahrens- und fördertechnische Maschinen und Anlagen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie müssen nach jedem Produktionszyklus gereinigt werden, um sie für den nächsten Produktionszyklus startbereit, sauber und frei von potenziellen Krankheitserregern und Kreuzkontaminationen zu machen. Hierfür werden zunehmend auch Clean-in-Place-Verfahren eingesetzt. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie vor Ort und ohne Demontage der Komponenten durchgeführt werden.

Ziel dieser Verfahren ist es, durch die exakte Definition von Reinigungsmitteln, Drücken, Temperaturen und Zeiten einen Prozess festzulegen, bei dem die gewünschte Reinigungsleistung jederzeit reproduzierbar ist und damit nachhaltig sichergestellt und auch dokumentiert werden kann. Der «Big Data»-Trend in IoT- und Industrie-4.0-Applikationen fördert den Einsatz solcher Verfahren also zusätzlich. Effizient ist Clean-in-Place aber auch durch den klar definierten Ressourceneinsatz, der bei entsprechender Auslegung der Anlagen sogar ein Reinigungsmittelrecycling erlaubt und so Kosten für das Verbrauchsmaterial zur Reinigung senkt. Ganz nebenbei sparen Anwender auch Personalkosten für die Reinigung, sodass sich die anfänglich höheren Investitionskosten – teilweise sogar sehr schnell – amortisieren und so auch die Gesamtbetriebskosten senken können.

Empfindliche Komponenten

In der Fördertechnik werden Clean-in-Placeverfahren vielfach bei laufendem Förderband umgesetzt. Und dies hat mehrere Gründe: Zum einen ist es recht aufwendig, einen schweren Fördergurt, der über mehrere Meter reicht, abzunehmen und wieder neu zu montieren. Zum anderen ist es aber auch so, dass man beispielsweise die Glieder von Kunststoffmodulbändern im laufenden Betrieb besser reinigen kann, weil man so die Zwischenräume Stück um Stück dort am besten erreicht, wo sich die Glieder am weitesten öffnen. Wegen dieser beiden Argumente ist die Reinigung der Fördergurte aber auch ohne Clean-in-Place-Verfahren verbreitet. Und Reinigungskolonnen gehen dann oft mit Hochdruckreinigern und Dampfstrahlern kompromisslos vor. Sie haben nämlich einen klaren Auftrag: So schnell wie möglich alles tipptopp sauber zu machen. Rücksicht auf empfindliche Komponenten wird hier nicht genommen.

Fördertechnische Komponenten wie Trommelmotoren müssen also in jedem Fall nicht nur resistent sein gegen aggressive Reinigungs- und Desinfektionsmittel, sondern auch bei mehrfacher täglicher Reinigung mit Schwallwasser sowie Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung hundertprozentig dicht sein.

Fazit: Kombinierter Schutz

Die Branche kennt seit längerem das Problem, dass trotz IP66- oder IP69-Schutzart Wasser in den Trommelmotor eintreten kann. Rulmeca hat hier einen Weg gefunden: Das Unternehmen zertifiziert seine Lösungen nach beiden Schutzarten und erweitert diese Schutzart zudem auch auf den laufenden Betrieb. Wer also sicher sein will, sollte seinen Hersteller jeweils nach dem kombinierten IP66/69-Schutz fragen sowie danach, ob dieser auch im laufenden Betrieb gewährleistet ist und damit einen IP66/69-plus Schutz bietet.

Andreas Flies, Sales Manager

RULMECA GERMANY GmbH www.rulmeca.de



Die Schutzart IP66/69-plus bietet Schutz vor Hochdruckreinigern und Dampfstrahlern auch in Clean-in-Place-Applikationen. (Bild: Rulmeca)