Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 03/2018, 06.03.2018

Upcycling in der Lebensmittelproduktion

Nachhaltigkeit und Umweltmanagement haben einen hohen Stellenwert in der Lebensmittelindustrie. Doch egal wie effizient die Anlagen arbeiten und wie ressourcenschonend sie produzieren, am Ende stellt sich eine Frage: Wohin mit den Reststoffen, die anfallen? Das ist auch eines der Themen an der Anuga FoodTec, die vom 20. bis 23. März stattfindet.

Autor: Anuga FoodTec

Die Wertschöpfung aus Reststoffen erschliesst Lebensmittelproduzenten ein grosses Potenzial. Zum einen ist das Upcycling von Nebenprodukten, die bei der Verarbeitung pflanzlicher und tierischer Rohwaren in teilweise grossen Mengen anfallen, ressourceneffizient und ökologisch. Zum anderen enthält die Biomasse eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, die sich als Zutaten für neue Lebensmittel einsetzen lassen. Moderne Anlagen und innovative Verfahren zur Rückgewinnung und Aufwertung der Nebenprodukte sind dabei von besonderem Interesse.

Vom Reststoff zum Superfood

Ausgangspunkt jeder Upcycling-Strategie ist immer eine möglichst sortenreine Trennung der anfallenden pflanzlichen und tierischen Sekundärrohstoffe. Ein Paradebeispiel für ein gelungenes Upcycling ist Molke. Aus dem ehemaligen Reststoff, der in grossen Mengen bei der Quark- und Käseproduktion anfällt, sind begehrte «Superfoods» geworden, die nicht mehr nur in Fitnessstudios für Wertschöpfung sorgen. Einzug gehalten hat die Zutat dank ihrer Proteine, Vitamine und Mineralstoffe mittlerweile in Puddingdesserts, Getränken und Smoothies – und als entmineralisiertes Konzentrat findet sie in Babynahrung ihren Einsatz. Aussteller der Anuga FoodTec zeigen Technologien zur Isolierung von Molkenbestandteilen und zur Weiterverarbeitung der gewonnenen Inhaltsstoffe zu flüssigen und pulverförmigen Produkten.

Das Wertvolle isolieren

Den Membrantrennverfahren kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, allen voran die Ultrafiltration. Mit ihr lässt sich Molkenprotein bis 35 Prozent aufkonzentrieren.Für Proteinisolate bis 90 Prozent wird die Molke mittels Mikrofiltration vom Fett befreit.

Laktose und Mineralien wie Calcium und Phosphor lassen sich durch Nanofil-tration oder Umkehrosmose aus dem Permeatstrom der Proteinisolation gewinnen. So entstehen durch die geschickte Kombination dynamischer Filtrationsverfahren angereicherte Produkte, die die hochwertigen Bestandteile in gewünschter Konzentration enthalten.

Neben den Membranfiltrationsverfahren hat sich die Seperatortechnologie als ein weiteres Upcycling-Verfahren etabliert. Ihre Stärken spielt sie unter anderem bei Lecithinen aus, die bei der Verarbeitung von Sojabohnen, Sonnenblumenkernen und Rapssamen als Nebenprodukte anfallen. Die fettähnlichen Stoffe werden in der Lebensmittelindustrie als natürliche Alternativen für synthetische Emulgatoren und Stabilisatoren geschätzt. Um das Lecithin zu gewinnen, kommen hochtourige Separatoren zum Einsatz, die Lecithin und Rohöl trennen.

Neue Inhaltsstoffe aus Rückständen

Dank Upcycling wird das Angebot an natürlichen Lebensmittelzusätzen zudem umfassender, wie das Beispiel Pektin zeigt. Mit dem Nebenprodukt aus der Apfelsaftproduktion steht ein Geliermittel bereit, das aus dem Alltag in der Lebensmittelindustrie nicht mehr wegzudenken ist.

Polyphenole, die in den Pressrückständen zu finden sind, sollen künftig die Palette natürlicher Farbstoffe für Lebensmittel um Brauntöne erweitern. Ziel eines vom Deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projektes ist es, ein grosstechnisches Verfahren zu entwickeln, dass die Reststoffe aus der Saftgewinnung verwendet und eine Alternative für Zuckerkulör liefert.

Ressourceneffizienz im Fokus

So wie Recycling wird somit auch Upcycling – die Umwandlung industrieller Nebenprodukte in wichtige Wertstoffe – künftig nicht mehr aus dem industriellen Umfeld der Lebensmittelproduktion wegzudenken sein.

Die an der Anuga FoodTec auf dem Kölner Messegelände vorgestellten Anlagen lassen sich in alle gängigen Prozesse einbinden. Steigende Rohstoffpreise und ein weltweit wachsendes ökologisches Bewusstsein erfordern einen schonenden und effizienten Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Diese Aspekte greift auch die Eröffnungskonferenz «Ressourceneffizienz – Herausforderungen und Chancen» auf, die am 20. März 2018 auf dem Kölner Messegelände stattfindet. Ein zusätzliches Fachforum widmet sich am 22. März 2018 gezielt dem Upcycling und der Nutzung von Nebenströmen.

Anuga FoodTec www.anugafoodtec.de



Vom 20. bis 23. März öffnet die Anuga FoodTec ihre Tore. (Bild: Anuga FoodTec)


Messe im überblick

Datum: 20. bis 23. März 2018

Ort: Köln

Messeveranstalter: Koelnmesse GmbH

Ticketpreise:

Tageskarte
Vorverkauf 27,50 EUR
Kassenverkauf 55,00 EUR

2-Tages-Karte
Vorverkauf 35,00 EUR
Kassenverkauf 70,00 EUR

Dauerkarte
Vorverkauf 55,00 EUR
Kassenverkauf 110,00 EUR