Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 04/2018, 02.04.2018

Biomasse statt Erdöl

«Styropor» oder «Airpop» wird bisher aus dem Erdölprodukt Naphtha hergestellt. Bei «Biomass Balance Styropor» werden am Anfang der Produktionskette anstelle fossiler erneuerbare Rohstoffe wie pflanzliche Abfälle, pflanzliche Öle oder Gase eingesetzt.

Temperaturempfindliche Produkte werden meist in Isolierboxen aus expandierbarem Polystyrol (EPS), besser bekannt als «Styropor» oder «Airpop», transportiert. Der beliebte weisse Schaumkunststoff wird bislang aus dem Erdölprodukt Naphtha hergestellt. Neuerdings kann Naphtha jedoch auch aus biologischen Rohstoffen synthetisiert werden. Die Schaumaplast-Gruppe verarbeitet Styropor aus dem sogenannten «Biomass Balance Styropor» und produziert damit unter anderem seine Thermoboxen.

Ähnlich wie Ökostrom

Am Anfang der Produktionskette von Biomass Balance Styropor werden anstelle fossiler erneuerbare Rohstoffe wie pflanzliche Abfälle, pflanzliche Öle oder Gase eingesetzt. Die Herstellung ist – ähnlich wie Ökostrom – nach einem Massenbilanz-ansatz organisiert. Der deutsche TÜV Süd stellt sicher, dass für die von Schaumaplast verarbeiteten Mengen an Biomass Balance Styropor bei der Rohstoffherstellung die äquivalenten Mengen Biomasse verwendet werden. Erdöl bleibt so im Boden und Treibhausgas-Emissionen werden reduziert.

Der weitere Herstellungsprozess des EPS-Rohstoffs bleibt unverändert. Das Biomass Balance Styropor ist von seinem fossilen Pendant bezüglich Rezeptur und der mechanischen und thermischen Eigenschaften nicht zu unterscheiden.

Kühlverpackungen

Den Anfang für die Einführung des umweltfreundlichen Materials macht der Schaumteilehersteller mit seiner Unternehmenssparte für Kühlverpackungen. Das 90 Typen umfassende Programm unterschiedlich grosser Thermoboxen ist bereits zertifiziert und in dem neuen, alternativen Werkstoff erhältlich. «Auf Anfrage kann auch jedes andere EPS-Formteil (nach-)zertifiziert und aus Biomass Balance Styropor gefertigt werden», erläutert Schaumaplast-Vertriebsleiter Markus Hoffmann.

Jährliche Überprüfung

Die Verwendung von einer Tonne Biomass Balance Styropor spart im Vergleich zu «herkömmlichem» Styropor ein Äquivalent von ca. 1700 kg CO₂ ein. Dies entspricht in etwa einer 10 000 Kilometer langen Autofahrt (bei einem Verbrauch von 6,9 Litern Benzin pro 100 Kilometer).

Mit dem TÜV Süd-Zertifikat für den Einsatz von Biomass Balance Styropor verpflichtet sich Schaumaplast, die gesamte Wertschöpfungskette anhand hoher Qualitätsstandards bis zum Endprodukt jährlich überprüfen zu lassen.

Schaumaplast Gruppe www.schaumaplast.com



Die Herstellung von Biomass Balance Styropor ist – ähnlich wie Ökostrom – nach einem Massenbilanzansatz organisiert. (Bild:Schaumaplast GmbH & Co. KG)