Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 4/2019, 18.04.2019

Gericht stoppt Nährwertlogo bei Iglo

Autor: Simon Gröflin

Nutri-Score ist laut Danone ein für den Verbraucher leicht verständliches System und wurde von unabhängigen Wissenschaftlern in Frankreich entwickelt. Mit dieser Kennzeichnung soll jeder auf einen Blick die Nährwertqualität eines Produkts erkennen und Lebensmittel leichter miteinander vergleichen können. In Frankreich wurde Nutri-Score bereits 2017 eingeführt, dem Beispiel wollen Spanien und Belgien folgen. Nährwertangaben in Lebensmitteln stehen jedoch immer wieder in Kritik. Nun hat das Hamburger Landgericht am Dienstag geurteilt, dass der Tiefkühlanbieter Iglo seine Produkte nicht mehr mit dem Nutri-Score in den Verkauf bringen darf. Eine genaue Begründung zur Entscheidung liegt jedoch noch nicht vor. Verantwortlich ist laut der Lebensmittelzeitung der «Verband gegen Unwesen in der Wirtschaft», der gegen Iglo eine einstweilig Verfügung in Berufung auf eine Irreführung erwirkt hatte.

Konkret bemängelt der Verband die Kennzeichnungen von «Grün» und «Gelb» auf Iglo-Packungen, welche nach der europäischen Health-Claim-Verordnung unzulässige, gesundheitsbezogene Angaben seien. Iglo kündigte bereits an, in Berufung zu gehen. Die einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg hat jedoch laut Danone Deutschland keinerelei rechtliche Auswirkungen für die Schweiz. Man beruft sich bei der Pressestelle auf das Statement von Richard Trechman, Country Manager Danone D-A-CH: «Aus unserer Sicht ist die Gerichtsentscheidung ein Rückschritt. Wir wissen, dass sich Verbraucher eine leicht verständliche Kennzeichnung auf Lebensmitteln wünschen. Der Nutri-Score kann genau dies bieten, denn er ist einfach, transparent und wissenschaftlich fundiert», heisst es auf Anfrage.



Iglo darf die Nutriscore-Nährwertkennzeichnung in Deutschland vorerst nicht mehr nutzen. Hintergrund ist eine einstweilige Verfügung des Verbands gegen Unwesen in der Wirtschaft. (Bild: Iglo)