Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 5/2019, 11.06.2019

Migros und Coop wollen keine Lebensmittelampel

Autor: Simon Gröflin

Die Lebensmittelampel soll auf einen Blick aufzeigen, wie gesund ein Lebensmittel ist. Doch gegen eine allgemeine Kennzeichnungspflicht wie Nutri-Score wehrt sich nun die Interessensgemeinschaft Detailhandel, wie die Sonntagszeitung berichtet. Nebst Migros und Coop gehören auch Denner und Manor zu dem Verband. Auch die fial, der Dachverband der Schweizer Nahrungsmittelindustrien, hat eine kritische Haltung. Grundsätzlich sei man nicht gegen eine vereinfachende Kennzeichnung, jedoch wolle man sich nicht auf den vom Bund vorgeschlagenen Nutri-Score fixieren, wie Co-Geschäftsführer Urs Furrer zitiert wird. 

Die Stiftung für Konsumentenschutz findet dafür wenig Gehör. Es passe gar nicht zum kundennahen «Imagemäntelchen», das sich die beiden orangen Riesen gerne umhängen würden, so Sara Stalder. 

Das System Nutri-Score 

Einzelne Nahrungsmittelhersteller wie etwa der französische Joghurthersteller Danone haben schon ein Kennzeichnungssystem namens Nutri-Score, das visualisiert, was und wie viel in einem bestimmten Produkt steckt. Das System bewertet ­viele Faktoren wie Zucker oder gewisse Fettarten, respektive das Kleingedruckte, mit Minuspunkten. Nahrungsfasern, Ballaststoffe und andere Nährstoffe dagegen beeinflussen die Bewertung positiv.

In Deutschland ist die Lebensmittelampel bereits hoch auf Kurs. Die Konsumentenschützer hoffen indes hierzulande auf ein Umdenken. 



Einige Produkte in den Coop-Ladenregalen tragen schon die Nutriscore-Kennzeichnung. (Bild: Nutri-Score)