Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 1-2/2020, 13.02.2020

Wodka-Gummibärchen machen Haribo sauer

Autor: pd, Simon Gröflin

Haribo hat rechtliche Schritte gegen ein spanisches Start-up eingeleitet. Grund: Das Jungunternehmen Ositos & Co. verkauft Fruchtgummis, die den Goldbähren ähneln und 15 Prozent Alkohol enthalten. Laut WDR bestätigte dies ein Sprecher von Haribo am Dienstag. Es bestehe die Gefahr einer irreführenden Verbindung zwischen der Marke von Haribo und dem alkoholischen Fruchtgummis. Beklagt wird vor allem die grosse Ähnlichkeit zwischen den beiden Gummibärchen.

Das spanische Süsswarenunternehmen Ositos verkauft seine bunten Bärchen bislang mit Geschmacksrichtungen wie Wodka, Tequila oder Whiskey. Bei den beschwipsten Fruchtgummis müssen Kunden im Onlineshop das Mindestalter von 18 Jahren bestätigen. Für Haribo ein weiterer Konflikt, da die Haribofruchtgummis für Jung und Alt gedacht seien und die ganze Zielgruppe angesprochen wird.

Rechtliche Schritte aufgrund geistigen Eigentums

In dem Brief wird Ositos aufgefordert, Produktion und Verkauf «jedes Produkts mit dem umstrittenen Symbol» zu stoppen, die in Spanien eingetragene Marke aufzugeben und «den Betrieb und das Eigentum an der Internet-Domain «ositosconalcohol.com» an Haribo abzutreten. Laut einer Meldung der AFP sei Ander Méndez, Mitgründer von Ositos, aus allen Wolken gefallen, als er das sechsseitige Schreiben von Haribo erhalten habe. Gegründet wurde das Start-up erst im Januar 2019. Es sei ausgeschlossen, dass sich die Bären ähneln, da die von Ositos viel grösser seien, so Méndez.

Haribo war 2012 unter anderem auch gegen Lindt vorgegangen. Es ging um einen Schoggi-Bär in Goldfolie. Der Lindt-Teddy hat aus Sicht von Haribo gegen die eingetragene deutsche Wortmarke «Goldbär» verstossen. Daran scheiterte Haribo 2015 vor dem Bundesgerichtshof. Der Lindt-Schoggi-Bär steht seither immer noch im Regal.



Haribo kämpft gegen ein spanisches Start-up, das Gummibären verkauft, die Alkohol enthalten. (Bild: Ositos)