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BLV-Bericht zur Überwachung von Tierseuchen

Bericht zur Überwachung von Tierseuchen und Zoonosen
Die Bekämpfung von Tierseuchen stützt sich prinzipiell auf zwei Säulen: die Sanierung eines Krankheitsherdes durch verschiedene Massnahmen und die Prävention anhand von Kampagnen und Stichprobenprogrammen.
Bild: Pixabay

Zoonosen sind Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragen werden können. Die am häufigsten verzeichneten Zoonosen beim Menschen bleiben auch 2019 Campylobacteriose und Salmonellose.

Im Bericht zur Überwachung von Zoonosen und lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) werden die häufigsten Zoonosen zusammenfassend aufgeführt. Zoonosen sind Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragen werden können. Drei Viertel aller neuauftretenden Erreger sind jedoch in der Regel Zoonosen. Das sind Krankheiten, die von Tier auf Mensch und umgekehrt übertragen werden können.

Der Mensch kann sich auf unterschiedlichem Weg anstecken, beispielsweise durch Lebensmittel oder durch direkten Kontakt. Manche Zoonosen betreffen nur wenige, andere (fast) alle Tierarten. Die am häufigsten verzeichneten Zoonosen beim Menschen blieben auch 2019 Campylobacteriose und Salmonellose.

Campylobacteriose

Die Campylobacteriose ist eine Darminfektion, die durch Bakterien der Gattung Campylobacter ausgelöst wird und beim Menschen typischerweise zu einer Durchfallerkrankung führt. Tiere, insbesondere Jungtiere können auch an einer Campylobacteriose erkranken, dies ist jedoch eher selten. Campylobacter besiedeln den Darmtrakt von gesunden Schweinen und Geflügel. Das Bakterium kann beim Geflügelschlachtprozess auf das Fleisch übertragen werden. So stellt frisches, kontaminiertes Geflügelfleisch eine bedeutende Infektionsquelle für den Menschen dar. 

Im Jahr 2019 war die Campylobacteriose erneut die am häufigsten verzeichnete Zoonose beim Menschen. Insgesamt wurden 7’223 labordiagnostisch bestätigte Fälle von Campylobacteriose gemeldet. Daraus ergibt sich eine Melderate von 84 Neuerkrankungen pro 100'000 Einwohner. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr (7'675 Fälle) eine leichte Abnahme.

In den meisten Fällen steckt sich der Mensch über kontaminierte Lebensmittel an, wobei Geflügelfleisch als wichtigste Infektionsquelle gilt. Das für Menschen infektiöse Bakterium kommt im Darmtrakt von Hühnern natürlicherweise vor und stellt für diese keine gesundheitliche Gefährdung dar.

Salmonellose 

Die Salmonellose ist eine häufige Durchfallerkrankung, die sich auch durch Erbrechen und Bauchkrämpfe äussert, und wird durch die Infektion mit Bakterien der Gattung Salmonella verursacht. Menschen stecken sich oft über kontaminierte Lebensmittel an – insbesondere Eier, nicht-pasteurisierte Milch, Fleisch, aber auch kontaminierte Lebensmittel nicht tierischer Herkunft (wie Salate, Gemüse). 2019 wurden laut dem BLV 1'547 labordiagnostisch bestätigte Fälle von Salmonellose beim Menschen übermittelt, was einer Melderate von insgesamt 18 Neuerkrankungen pro 100'000 Einwohner entspricht. Die Fallzahl hat gegenüber dem Vorjahr (1'467 Fälle) leicht zugenommen. Die Anzahl der Salmonellose-Fälle bei Tieren hat mit 90 Fällen gegenüber dem Vorjahr (98 Fälle) leicht abgenommen.

Betroffen waren vor allem Rinder, Reptilien sowie Hunde und Katzen. Da sich Salmonellen in Lebensmitteln bei Zimmertemperatur vermehren, sollten verderbliche Lebensmittel immer kühl gelagert werden.