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Die Wichtigkeit von Normen in der modernen Landwirtschaft

Normen sind Helfer für konkrete Fragestellungen aber auch für ganze Systeme wie «Smart Farming». Erfahren Sie mehr über den Nutzen von Normen rund um Lebensmittel und wie sich interessierte Expertinnen und Experten bei der ISO rund um das Thema «Smart-Farming» einbringen können.

 

Lebensmittel dürfen die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten nicht gefährden. Die Industrie ist zur Selbstkontrolle verpflichtet, wozu auch die Analyse der hergestellten Produkte gehört. Wer Produkte analysiert, ist auf validierte Testmethoden angewiesen, manche Methoden sind gesetzlich vorgeschrieben. In der Verordnung vom 16. Dezember 2016 über den Vollzug der Lebensmittelgesetzgebung (LMVV) sind unter Empfehlungen und Weisungen für Analyseverfahren auch die international anerkannten Regeln und Protokolle des Europäischen Komitees für Normung (CEN) und der ISO aufgeführt. CEN und ISO arbeiten bei der Normung von Lebensmittel-Analysemethoden eng zusammen. So sind 70 % der Normen im Feld der Lebensmittel-Analytik sogenannte EN ISO Normen.

Die europäische Normenorganisation CEN erhält auch immer wieder Aufträge von der europäischen Kommission, zur Ausarbeitung und Annahme von europäischen Normen oder europäischen Normungsergebnissen, die zur Unterstützung der europäischen Politik und Gesetzgebung beitragen. So sind 10 europäische Normen im Rahmen des Auftrags zur Entwicklung von Analysemethoden für Mykotoxine in Lebensmitteln hervorgegangen.

Auch im Rahmen der EU-Strategie «Farm to Fork» können Normen Hilfsmittel zur Erreichung der Ziele, Förderung der biologischen Vielfalt sowie für die Reduzierung des Einsatzes von Pestiziden und antimikrobiellen Mitteln sein. Eines der wichtigsten europäischen Normenkomitees auf diesem Gebiet ist CEN/TC 275 «Lebensmittelanalyse - Horizontale Verfahren». Das Hauptaugenmerk des Komitees liegt auf der Entwicklung von Normen, die Nachweismethoden zur Abschätzung von Lebensmittelkontaminanten, Pestiziden, Allergenen und Toxinen sowie mikrobiologische Analysen und Nachweismethoden für Food Authenticity bereitstellen und so die Lebensmittelsicherheit gewährleisten.

Während viele Normen rund um Lebensmittel sehr konkrete Hilfestellungen für spezifische Probleme bereitstellen, beispielsweise Nachweismethoden für humanpathogene Keime, wird auch an Normen für ganze Systeme gearbeitet. So setzt sich bei ISO eine Arbeitsgruppe mit der «Smart Farming»-Thematik auseinander. Für die ISO geht es bei der intelligenten Landwirtschaft nicht darum, Technik und Ackerbau, um ihrer selbst willen miteinander zu kombinieren. Vielmehr soll sie ein drängendes Nachhaltigkeitsproblem aufgreifen. Denn die Weltbevölkerung und die Nachfrage nach Nahrungsmitteln werden ansteigen, bevor die Kurve abflacht und das Ganze beherrschbar wird. Dies bedeutet, dass wir neue Wege finden müssen, unsere Prioritäten und Ressourcen zu definieren und zu managen – insbesondere hinsichtlich der Nutzung von Land und Wasser.
Tatsache ist, dass sich die Landwirtschaft mittlerweile stark auf Daten stützt. Ressourcen werden knapper, Gewinnspannen schmaler, und der Klimawandel macht das Wetter unberechenbar, sodass Landwirte immer mehr Informationen sammeln, auswerten und austauschen müssen, um im Geschäft zu bleiben. Doch allzu oft kommunizieren die verschiedenen Geräte, Sensoren und Softwareprogramme, die sie einsetzen, nicht besonders gut miteinander. Dieses Interoperabilitätsproblem ist ein Bereich, in dem die ISO mit weltweit akzeptierten Normen helfen kann.

Fachleute, welche die Normen entwickeln, sind Personen aus der Wirtschaft und Gesellschaft, die ihr Wissen in die Normenkomitees einbringen und auch die Interessen ihres Arbeitgebers vertreten. Wollen auch Sie mitwirken? Über die Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV) können sich Schweizer Expertinnen und Experten in die europäische und auch internationale Normungsarbeit einbringen.

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