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Frische Kräuter aus Hallen und Bunkern

«Vertical Farming» soll nicht mehr draussen auf dem Feld, sondern drinnen angebaut werden.
Bild: Joshua Lanzarini, Unsplash

Aus der Halle statt vom Feld: Das ETH Spin-Off Yasai will schon bald 20 Tonnen Kräuter pro Jahr aus einer Indoor-Anlage ernten. «Vertical Farming» bringt vor allem ökologische Vorteile. Mit weniger Ressourcen kann mehr produziert werden.

Einiges spricht dafür, dass die neue Art des Gemüseanbaus eine Zukunft hat, meldet die ETH in einer Mitteilung. Denn die Produktion unter künstlichen Bedingungen ist viel ressourceneffizienter als jene auf dem Feld. «Auf der gleichen Fläche produzieren wir 15 Mal mehr und brauchen 95 Prozent weniger Wasser», erklärt Zahran. Ausserdem werden keinerlei Pestizide benötigt, und weil der Anbau im Siedlungsgebiet erfolgt, entfallen für die Umwelt schädliche Transportkosten. «Unsere Produkte sind sogar besser als Bio. Denn wir produzieren nachhaltiger. Aus weniger Ressourcen machen wir mehr. Garantiert ohne Pestizide», sagt Mark Zahran.

Mark Zahrans Grossvater fuhr im Berner Mittelland mit dem Traktor aufs Feld. Er selber tüftelt nun in einem Zürcher Grossraumbüro daran, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen könnte. «Unser ökologischer Fussabdruck hängt zu einem grossen Teil davon ab, wie wir unsere Lebensmittel produzieren», sagt Zahran auf dem kleinen Vorplatz des Büros, wenige Meter daneben rauscht die Sihl. «Zudem brauchen wir Lösungen, wie wir bis 2050 eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen nachhaltig ernähren können.»

Zahran, der vor zwei Jahren seinen Architektur-Master an der ETH absolviert hat, ist Gründer von YASAI. Das bedeutet auf japanisch Gemüse und zeigt, worauf es die neuartige Landwirtschaft abgesehen hat. Mit der Zukunftstechnologie «Vertical Farming» soll nicht mehr draussen auf dem Feld, sondern drinnen in Hochhäusern oder hohen Hallen angebaut werden: Gemüse, Salate und Kräuter wachsen übereinander gestapelt auf mehreren Regalen. Das Besondere daran: Die Pflanzen gedeihen nicht in der Erde, sondern in nährstoffreichem Wasser. Das Klima des Raums – Licht, Temperatur, Bewässerung – wird automatisch reguliert. Künstliche Intelligenz hilft dabei, die idealen Bedingungen zu schaffen.

Mehr zu dem Projekt ist und über die Zukunftsaussichten sind auf diesem Link zu finden.