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Handgemachte Glacés aus Münchenstein

Glacé-Kultur aus Münchenstein
Auch die Cornet Biscuits werden bei Gasparini in Schoggi getaucht.
Bild: Gelati Gasparini

Es gibt wohl keine Baslerin oder keinen Basler, der sie nicht kennt: Gelati Gasparini ist eine kleine unscheinbare Glacé-Manufaktur in Münchenstein. Alles ist handgemacht. Wenig Luft und klassische Rezepte machen die cremig-schmelzenden Glacés zu einem Genuss.

Erstmals 1954 für den Zoo Basel hergestellt, prägen die handgemachten Zolli-Cornets aus Münchenstein noch heute so manche Kindheitserinnerung. Die Zolli-Cornets werden noch wie früher von Hand mit zwei grossen Freezern gefroren und abgefüllt, dann in eine sehr cacaohaltige Schoggimasse getaucht und von Hand in Folie eingewickelt. In der Manufaktur an der Dammstrasse in Münchenstein werden auch die Kartons noch von Hand gefaltet und auf Rollbehätlern für die Produktion parat gemacht.

Bewährte Buttermödeli-Maschine

Letztes Jahr feierte das Glacé-Unternehmen das 65-jährige Jubiläum der Zolli-Cornets. Die Erfolgsgeschichte von Gelati Gasparini beginnt bereits in den 50er-Jahren. Damals, 1952, gründete Fritz Müller die Firma «Glace Müller». Es war auch das Glacé-Unternehmen, das vom Zolli Basel den Auftrag erhielt, eine Glacé herzustellen. Dazu gibt es auch eine kleine Anektote. Wie Betriebsleiter Orlando Hügli uns beim Rundgang erzählt, habe man das Cornet damals nicht in Folie gewickelt, also unverpackt und lose in Kartonschachteln angefroren, weil man Angst hatte, die Tiere im Zoo Basel würden von den Folien der Cornets naschen. Das klassische Zolli-Cornet mit seiner Schoggi-Drappur und dem Cornet-Bisquit, das auch von innen mit Schoggi überzogen ist, mag viele Kindheitserinnerungen wecken. Dazu gehören auch die Bananen-Chocolat-Stängeli, die bis heute mit einer bewährten Buttermödeli-Maschine produziert werden.


Die klassichen Stängeli-Glacé werden bei Gasparini noch mit einer Buttermödeli-Maschine hergestellt. (Bild: Gasparini)

Nach einem tödlichen Taucherunfall des Gründers kaufte Pasquale Gasparini um 1980 das Glacé-Geschäft der Familie Müller auf. Gasparini war seit Mitte der Sechzigerjahre in der Immobilienbranche tätig und kaufte der Familie Müller den Wohnblock samt Glace-Geschäft ab. Seit 2002 ist Gasparini ein Betrieb der Gesellschaft für Arbeit und Wohnen (gaw). Angestellt sind Fachpersonen wie Köche, Bäcker und Lebensmitteltechnologen und -ingenieure. Ausgebildet werden auch Lebensmittelpraktiker bzw. Lebensmitteltechnologen (EBA und EFZ). Das Ziel sei die gesellschaftliche und berufliche Integration von Mitarbeitenden mit einer physischen oder geistigen Beeinträchtigung. Was im Betrieb von Gasparini im Fokus steht, ist die arbeitsagogische Betreuung.

«Wir möchten möglichst vielen Menschen bei uns eine sinnvolle Tätigkeit anbieten können, wofür unsere Handarbeit eine ideale Brücke bildet», so Hügli. Wenn die Prozesse automatisiert werden, würden diese wichtigen Arbeitsplätze wegfallen.»

Gasparini produziert unter anderem auch ihren bekannten Eiscafé im Becher und Bidons für die Gastronomie. Mit bewährten Maschinen, wie der umgebauten Buttermödeli-Maschine aus 1960, und mit bester Qualität der Rohstoffe sowie der Prozesse wird in Münchenstein nach traditionellen Rezepturen Glacé hergestellt. Produziert werden auch Produkte nach Schweizer Bioverordnung. Die Expansion stand jedoch nie im Vordergrund. «Wir sind und bleiben eine Manufaktur und wollen dies auch nach aussen tragen», betont Orlando Hügli.

Den ganzen Artikel zu unserem Rundgang bei Gelati Gasparini lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Lebensmittel-Technologie (LT), die am 8. April erscheint.