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Hochdorf schreibt wieder schwarze Zahlen

Durch das geänderte Konsumverhalten und die veränderte Nachfrage nach Milchprodukten während der Pandemie habe es deutliche Preissteigerungen beim Rohstoff Milch gegeben.
Bild: Angelina Litvin, Unsplash

Der Milchverarbeiter wächst im vergangenen Geschäftsjahr dank Sonderfaktoren und kehrt in die Gewinnzone zurück.

Der Milchverarbeiter Hochdorf hat es 2021 dank Sondereffekten aus zwei Verkäufen wieder in die schwarzen Zahlen geschafft, schreibt die «Finanz und Wirtschaft» in einer Mitteilung. Umsatzmässig blieb das Unternehmen allerdings hinter dem Vorjahr. Und auch das Betriebsergebnis ist wegen schlechter Geschäfte im Bereich der Babynahrung negativ.

Hochdorf erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 303,5 Mio. Franken, wie die Gesellschaft am Montag mitteilte. Das sind 0,9% weniger als im Vorjahr.

Das Betriebsergebnis (Ebitda) lag mit CHF 24,7 Mio. Franken um fast 80% über dem Vorjahr und der Ebit war mit 6,5 Mio. nach einem Vorjahresverlust von fast 70 Mio. wieder positiv. Dieses Resultat wurde allerdings durch Sonderfaktoren beeinflusst: So habe der Verkauf des Areals in Hochdorf und Welschenrohr zu einem Gewinn von knapp 40 Mio. geführt. Gleichzeitig musste das Unternehmen durch die Produktionsverlagerung nach Sulgen einmalige Rückstellungen von rund 14 Mio. tätigen.

Bereinigt um diese Effekte gab es einen operativen Verlust auf Stufe Ebit von 16,9 Mio. Unter dem Strich resultierte auch dank einer Veräusserung ein Gewinn von 2,5 Mio. nachdem in der Vorjahresperiode noch ein Verlust von über 70 Mio. verbucht worden war.

Kein Ausblick

Für das Gesamtjahr 2022 gibt sich Hochdorf im Moment bedeckt. Der genaue Bestellungseingang lasse sich nicht genau abschätzen, da Projekte teilweise verschoben oder verzögert würden. Nun nutze man diese Situation allerdings zur Sortimentsbereinigung, um die Profitabilität zu verbessern. Das soll noch im ersten Halbjahr 2022 geschehen. Bei der Präsentation der Halbjahresergebnisse im Sommer folge dann auch ein Ausblick für das Gesamtjahr, heisst es.

Zudem gab Hochdorf eine neue Partnerschaft mit Emmi bekannt. Diesen März hätten die beiden Milchverarbeiter vereinbart, im Bereich Spezialitätenpulver sowohl auf Milchbasis als auch für vegane Produkte zusammenzuarbeiten. Hochdorf soll für Emmi Halbfabrikate und Fertigprodukte mit speziellen Anforderungen in Pulverform herstellen.

Coronapandemie verlangsamt

Vor allem im Bereich Baby Care, also dem Geschäft mit Babynahrung, hätten die Coronapandemie und die damit verbundenen Restriktionen nach wie vor die operative Entwicklung beeinträchtigt, schreibt die Gesellschaft. Besonders im zweiten Halbjahr hätten Projektverschiebungen durch die weltweit angespannte Logistiksituation zu Lieferverzögerungen und Umsatzeinbussen geführt.

Auch habe es durch das geänderte Konsumverhalten und die veränderte Nachfrage nach Milchprodukten während der Pandemie deutliche Preissteigerungen beim Rohstoff Milch gegeben. Ab Frühsommer folgten dann weitere Kostenerhöhungen bei anderen wichtigen Rohstoffen für die Herstellung von Babynahrung.

Wegen des starken Wettbewerbs sei es Hochdorf bislang nicht gelungen, diese Preissteigerungen vollumfänglich auf die Kunden abzuwälzen. Das habe das Betriebsergebnis entsprechend negativ beeinträchtigt.