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News

«Transparenz an oberster Stelle»

«Vertrauen und Transparenz sind das A und O»
Julien Bonvallet, Brand Director Informa Markets.
Bild: zVg

Auf der diesjährigen Fi und Hi Europe vom 1. bis 3. Dezember treffen sich die Vordenker der Lebensmittel- und Getränkeindustrie in Frankfurt. Die LT sprach mit Julien Bonvallet, Brand Director bei Informa Markets über die Trends an der Ingredients-Messe in Frankfurt.

Etwas für die körpereigene Abwehr tun, war für viele schon immer wichtig, insbesondere während der klassischen Erkältungssaison von Oktober bis März. Seit Covid-19 ist das anders: Das Immunsystem zu stärken ist ein Dauerbrenner geworden. Die LT sprach mit Julien Bonvallet, Brand Director bei Informa Markets, dem Veranstalter der Fi und Hi Europe, über die Trends in diesem Bereich.

Herr Bonvallet, in diesem Jahr wird es eine gemeinsame Fi und Hi Europe in Frankfurt geben. Was sind die Gründe?

Die Grenzen zwischen Lebensmitteln und Nahrungsergänzung sind für uns Brancheninsider recht eindeutig. Für den Verbraucher sind sie schlicht irrelevant. Menschen wollen etwas für ihre Gesundheit tun und zwar in einer Weise, die sich ideal in ihren Alltag einfügt. Nehmen Sie die Darmgesundheit als Beispiel: Will ich meinen Körper hier unterstützen, kann ich – je nach Vorliebe – zum Beispiel einen funktionellen Milchdrink konsumieren oder eine Probiotika-Kapsel. Deshalb war es eine logische Folge, die Food Ingredients und die Health Ingredients Europe zu vereinen: Beide Messen haben funktio­nelle Inhaltsstoffe als Kernthema, und viele Aussteller bieten Lösungen für beide Segmente an.

Covid-19 ist aktuell auch in der Ingredientsbranche ein grosses Thema. Was können Sie beobachten?

Aufgrund der wochenlang geltenden Beschränkungen und teils geschlossenen Grenzen stand immer die Frage im Raum, ob die Rohstoffversorgung für die Lebensmittelindustrie gesichert ist. Insgesamt hat sich die Branche hier für den Verbraucher doch als krisenfest und zuverlässig erwiesen. Für die Unternehmen war und ist es aber eine Herausforderung, die Produktion aufrecht zu erhalten, die Mitarbeiter zu schützen und Massnahmen nach den jeweils aktuellen Vorgaben zu implementieren. Daneben sind es die Inhaltsstoffe selbst, die zum Thema werden: Zum einen sind Verbraucher aktuell noch kritischer demgegenüber, was sie essen – Lebensmittelsicherheit, Vertrauen und Transparenz sind hier das A und O. Zum anderen bietet sich vielen Menschen, die sich vor einer Ansteckung fürchten, über eine bewusst ausgewogene Ernährung die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und das körpereigene Abwehrsystem präventiv zu unterstützen – zusätzlich zu den Hygiene- und Abstandsgeboten.

Immungesundheit scheint zum Mega­trend geworden zu sein. Welches Potenzial bieten funktionelle Inhaltsstoffe?

Ein ganz grosses Thema bei Ingredientsherstellern ist, jetzt noch stärker als bisher, die bereits erwähnte Darmgesundheit. Studien zur Bedeutung des intestinalen Mikrobioms, also der Gesamtheit der Bakterien, die den Darm besiedeln, sind in den vergangenen zehn Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen: Allein 2019 gab es mehr als 6500 wissenschaftliche Untersuchungen zu unseren bakteriellen Mitbewohnern. 
Viele Ergebnisse belegen, dass eine gestörte Darmflora Auswirkungen auf den gesamten Organismus hat – und eben nicht nur auf das Verdauungssystem. Ein gesunder Darm hat beispielsweise entscheidenden Anteil an der Immunabwehr. Ist die Darmflora gestört, können sich potenziell krankmachende Keime leichter vermehren.

Das ganze Interview lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Lebensmittel Technologie (LT 09), welche am 9. September erscheint.

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