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Schweizer Landwirtschaft ist nachhaltig

Im Jahr 2020 gab es in der Schweiz insgesamt 49’363 Landwirtschaftsbetriebe.
Bild: Raphael Rychetsky, Unsplash

In seiner jährlichen Online-Publikation Agrarbericht.ch informiert das Bundesamt für Landwirtschaft BLW umfassend über die Weiterentwicklung der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft.

Der Bericht bildet sämtliche Zahlen und Fakten der Landwirtschaft ab und analysiert, wie die finanziellen Mittel des Bundes im Jahr 2020 verteilt wurden. Starke Auswirkungen hatten im Berichtsjahr die schweizweiten Massnahmen gegen die Ausbreitung des neuen Corona-Virus.

Landwirtinnen und Landwirte wurden für ihre gemeinwirtschaftlichen Leistungen, welche sie gemäss Auftrag der Bundesverfassung erbringen, mit insgesamt 2,805 Milliarden Franken Direktzahlungen abgegolten. Bezugsberechtigt sind jeweils jene Betriebe, die den sogenannten ökologischen Leistungsnachweis erfüllen, also verschiedene wichtige Umweltauflagen einhalten. Der Agrarbericht zeigt im Detail auf, für welche Leistungen die Bezügerinnen und Bezüger bezahlt wurden.

Mehr biologischer Landbau

Am meisten Gelder wurden für Versorgungssicherheitsbeiträge (1,080 Mrd. Fr.) ausgegeben, gefolgt von Kulturlandschaftsbeiträgen (525 Mio. Fr.), Produktionssystembeiträgen (493 Mio. Fr.) und Biodiversitätsbeiträgen (426 Mio. Fr.). Mit umfassenden Statistiken bildet der Agrarbericht zudem eingehend ab, wie sich die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft nachhaltig weiterentwickelt hat. Unter anderem zeigen die Auswertungen, in welchem Rahmen der biologische Landbau gewachsen ist. Insgesamt wurden 17 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen biologisch bewirtschaftet. Das entspricht einer Zunahme von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Einzelheiten zu Förderinstrumenten und Verbesserungsmassahmen des Bundes werden im Agrarbericht erläutert.

Inländische Lebensmittel stärker gefragt

Gefordert war die Schweizer Landwirtschaft im Berichtsjahr aufgrund der Covid-19-Pandemie. Zum Teil waren Warenflüsse vorübergehend unterbrochen, insbesondere aufgrund der Schliessung der Gastronomiebetriebe und dem Veranstaltungsverbot. Zugleich machte die Pandemie deutlich, wie krisenresistent und innovativ die Schweizer Landwirtschaft war. Die Nachfrage nach inländischen Lebensmitteln nahm im Jahr 2020 zu, was sich unter anderem positiv auf die Einkommenssituation in der Landwirtschaft auswirkte. In diesem Zusammenhang war auch eine Verschiebung zwischen den Absatzkanälen zu beobachten, was wiederum positive Folgen auf die Direktvermarktung ab Hof hatte. Der bewusst regionale Einkauf der Konsumentinnen und Konsumenten wirkte sich auf das Image der Landwirtschaft aus. Eine repräsentative Umfrage des BLW zeigte, wie hoch das Vertrauen in die Landwirtschaft ist. Die Befragten gaben an, unter anderem die Herstellungsbedingungen und die kurzen Transportwege der Lebensmittel zu schätzen.

Strukturwandel verlangsamt

Im Weiteren geht der Agrarbericht auf den Strukturwandel ein. Im Jahr 2020 gab es in der Schweiz insgesamt 49’363 Landwirtschaftsbetriebe. Dies sind 1,3 % weniger als im Vorjahr, was einer geringeren prozentualen Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahren entspricht. Mit 21,15 Hektaren pro Betrieb hat sich die durchschnittliche Fläche innerhalb von 30 Jahren nahezu verdoppelt.

Im internationalen Kontext bildeten die Diskussionen über ein nachhaltiges Ernährungssystem einen Schwerpunkt, an denen sich das Bundesamt für Landwirtschaft mit einem breiten Engagement beteiligen konnte. Die Ziele der Schweiz, ihre Lebensmittelabfälle deutlich zu reduzieren, die Klimastrategie der Landwirtschaft anzupassen und noch tierfreundlicher produzieren zu wollen, stiessen bei zahlreichen internationalen Partnern auf grosses Interesse, dies unter anderem am Ernährungssystemgipfel der UNO.