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Tiefgekühlte Ware darf offen verkauft werden

In der Schweiz produzierte, hochwertige Lebensmittel werden in Tiefkühltruhen offen verkauft.
Bild: Dinnair

In der aktuellen Sommmersession hat das Parlament entschieden, dass tiefgekühlte Lebensmittel offen verkauft werden dürfen.

Peter Zihlmann aus Willerzell am Sihlsee hat mit seinem Start-Up Dinnair tiefgekühlte Produkte offen verkauft. Jedoch machte ihm vor einem Jahr die in der Schweiz geltende Hygieneverordnung einen Strich durch die Rechnung. Nun hat das Parlament entschieden, dass tiefgekühlte Lebensmittel offen verkauft werden dürfen.

In der Schweiz produzierte, hochwertige Lebensmittel werden in Tiefkühltruhen offen verkauft. Es entspricht dem Zeitgeist des modernen Konsumenten: Regionalität und Abfallvermeidung. Der Start gelang und über ein Jahr lang hatte Dinnair in verschiedenen Fachgeschäften und Unverpacktläden seine Produkte erfolgreich an Kunden verkauft, bis im Mai vom letzten Jahr.

Eine Lebensmittelkontrolle war anderer Meinung, als diejenigen Instanzen die Zihlmann bei seinem Projekt bis anhin begleitet hatten. Der Grund war, dass die Schweiz die Regelung der EU übernommen und hielt in der Hygieneverordnung fest: «Tiefgefrorene Lebensmittel müssen vorverpackt sein».

Politik schaltete sich ein

Die Geschichte von Peter Zihlmann stiess auf Unverständnis. Vor allem in einer Zeit, in der vielerorts Anstrengungen unternommen werden, Waren unverpackt anzubieten. Zumal diverse Fachpersonen kein Problem im offenen Verkauf tiefgekühlter Lebensmittel sahen und das Konzept über ein Jahr lang einwandfrei funktioniert hatte. Und betreffend der Lebensmittelhygiene gab es während dieser Dauer keine Vorkommnisse.

Der Zürcher FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt setzte sich für das Anliegen von Peter Zihlmann ein. Im Dezember 2020 reichte er eine Motion (20.4349) ein, die verlangte, den kritischen Satz aus der Hygieneverordnung zu streichen. Das Anliegen genoss breite politische Unterstützung, man rannte offene Türen ein.

Vernunft über Paragrafen

Auch der Bundesrat empfahl die Motion Ende Januar 2021 den beiden Kammern kurzerhand zur Annahme. Das Anliegen wurde nun in der Sommersession im Ständerat behandelt. Der Antrag wurde angenommen. Ab jetzt hat der Bundesrat zwei Jahre Zeit, die Gesetzesänderung umzusetzen. Es dürfte aber wesentlich schneller gehen, bis Peter Zihlmann mit seiner Firma Dinnair seine Waren wieder im Offenverkauf anbieten darf.

Doch der Zeitpunkt ist für Zihlmann nicht so wichtig: «Das was zählt ist, dass wir zu unserer Ursprungsidee zurückkehren dürfen. Es war eine Vision, die zu scheitern drohte und die wir jetzt weiterverfolgen. Ob das jetzt in 2, 10 oder 20 Monaten ist, ist nicht so wichtig».